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Flaschenpost zappelt im Netz

Wieder einmal rief der Fischereiverein Bad Mergentheim seine Mitglieder zur Tauberuferreinigung. 30 eifrige Müllsammler wurden zwischen Elpersheim und Edelfingen fündig. In und am Wasser lag Abfall aller Art.

Ein Anhänger voll mit Müll: Gewässerwart Heiko Dierolf (Vierter von links) und einige der 30 Helfer präsentieren ihre "Beute", die sie am Samstag zwischen Elpersheim und Edelfingen an und in der Tauber aufgelesen haben. Fotos: Fischereiverein

Frisch war es am Samstagmorgen um 8 Uhr am Treffpunkt, dem alten Sportplatz in Igersheim. Die eifrige Schar - die Altersspanne reichte von Grundschulkindern über Jugendliche bis hin zu Senioren - hatte zwischen Elpersheim und Edelfingen im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Am Ende war ein großer Anhänger prall gefüllt mit den Abfällen der Zivilisation.

"Es ist einfach unglaublich, was die Leute alles in und am Wasser abladen", machte Heiko Dierolf seinem Unmut Luft. Die Müllsammler des Fischereivereins hatten neben einem großen Traktorreifen auch zahllose Dosen, Flaschen sowie massenhaft Plastikmüll aufgelesen und zu den vereinbarten Treffpunkten entlang der Tauber gebracht. Aber auch Monitorgehäuse und Displays, Platinen, Druckluftpumpen, ein Tisch, Drahtkörbe, verschiedene Metallteile sowie ein Autoreifen mit Felge und ein großer Kanister Holzschutzlasur ("hoffentlich war der schon leer, als er weggeworfen wurde") fanden sich am Ufer und in der Tauber. Im Wasser wurden noch ein Kühlschrank und eine Matratze gesichtet, die am Samstag aber noch nicht geborgen werden konnten. "Das holen wir natürlich auch noch aus dem Wasser", sagte der Gewässerwart.

Gefunden wurde zudem eine Flaschenpost. Der Brief wurde dem Schriftbild nach von einem Mädchen geschrieben und nimmt Bezug auf den für 2012 laut Maya-Kalender drohenden Weltuntergang. Der Finder solle sich, wenn es schon 2013 ist, freuen. "Feier eine schöne Party zu deinem B-Day, esse schön viel Torte und ganz viele Gummibärchen, bleib so wie du bist und verkleide dich als Clown", fordert die Briefschreiberin den oder die Finder der Flaschenpost auf. Vielleicht erinnert sich die Absenderin an ihren Brief und meldet sich beim Fischereiverein.

Zum Abschluss trafen sich die engagierten Umweltschützer zum Essen im "Ara" in Markelsheim, wo Heiko Dierolf mit einigen der 30 Helfer den an diesem Tag gesammelten Müll auf dem Parkplatz vor der Gaststätte präsentierte. Prall gefüllt war der große Anhänger mit der Hinterlassenschaft der offenbar nicht weniger werdenden Umweltfrevler. "Der Aufwand, das heimlich zur Tauber zu fahren und abzukippen ist ja höher, als die Sachen zum Recyclinghof zu bringen", waren sich die Helfer einig. Das mache das Tun der "Umwelt-Vollpfosten" nur noch schlimmer, als es ohnehin schon ist. "Die Tauber und ihre Uferbereiche sind wie alle Gewässer Lebensraum für Insekten, Reptilien, Säugetiere, Vögel und Fische. Wer da Müll abkippt, der versündigt sich an der Umwelt und damit an uns allen", sagte Heiko Dierolf.